Soul garbage











Um einen besseren Einruck von mir zu bekommen ein paar Informationen über mich. Ich bin weiblich und im Jahr 89 geboren. Dieser Blog enthält meine Gedanken, die ich sonst mit niemanden in diesem offenen Maße teile. Er hilft mir, einige Dinge klarer zu sehen und mir einfach mal Gewisse Dinge von der Seele zu reden. Zugleich hoffe ich können sich andere mit diesen Gedanken identifizieren oder mir vielleicht aus neutraler Sicht weiterhelfen. Im Endeffekt stellt dieser Blog also den Spiegel meines Lebens dar.

Bei der Wahl meiner Liebhaber bin ich großzügig. Es genügt, dass ein Mann mich wegen einer besonderen Eigenschaft anzieht – sein Enthusiasmus oder sein Sinn für Humor – , dann sehe ich über seine weniger wünschenswerten Züge hinweg. Unbekümmert gehe ich einem sexuellen Erlebnis zum anderen, so dass alles auf freundschaftlicher Grundlage bleibt.

Einer tiefen gefühlsmäßigen Bindung bin ich nicht fähig, sondern ich folge eher den Launen meiner romantischen Neigung. Ich spiele mit der Liebe. Jeder neue Partner ist ein Jeton, den ich auf dem grünen Filz des Roulettes dorthin werfe, wo ich die Glückszahl erhoffe. Wenn eine Affäre schief geht, denke ich philosophisch. Bald wird ein anderer Liebhaber kommen- wozu also um eine verlorene Liebe weinen ?

Ich bin eitel. Wenn ich in die mittleren Jahre komme, bin ich wahrscheinlich, die erste, die zum Schönheits-Chirurgen geht.

Ich  will unterhalten und unterhalten werden. Langeweile halte ich nicht aus. Ich würde mir die Hand abhacken, nur um einen interessanten Gesprächsstoff zu haben. Mein Herz trage ich auf der Zunge. Ich bin geradeheraus und ehrlich, auch gutmütig und großzügig. Ich liebe meine Freiheit, und ich muss reisen können. Ich brauche fortwährend Abwechslung und Anregung. Auch wenn ich glücklich bin, kann ich nicht allein glücklich sein; ich brauche Zuschauer, die mein Glück sehen.

An sich lasse ich mich gern mit einem vielversprechenden Sexpartner ein, aber weitaus mehr interessiere ich mich für Freundschaft, Gedankenaustausch und romantische Abenteuer. Manch ein Mann kennt sich bei mir nicht aus, weil es schwer zu entscheiden ist, ob ich  eine sexuelle Avance mache oder nur einen Freund suche. “Warum können wir nicht einfach Freunde sein”? wurde wahrscheinlich ziemlich von mir geprägt. Nichts kühlt schneller als eine solche Frage !

Ich scheine niemals sesshaft zu werden. Meine Wohnung sieht meistens aus, als ob ich gerade ein- oder auszöge. Eine Anstellung, die mich nicht interessiert, wechsle ich ebenso schnell wie den Liebhaber. Es gibt ja so viel anderes zu tun, wozu also sich langweilen?

Ich bin eine ideale Gefährtin für ein Zusammenleben mit täglicher Kündigungsfrist. Mit meiner Begeisterungsfähigkeit, meiner Bereitschaft zur Zusammenarbeit, meinem herzlichen Sinn für Humor und meiner schnellen Auffassungsgabe bin ich für jeden Mann eine Freude.

Ich bin eine gute Zuhörerin und dem Mann, der Sport und Abenteuer liebt, eine gute Kameradin. Als Gastgeberin verstehe ich es, die faszinierendsten Leute zusammenzubringen und jede Gesellschaft zu beleben. Was könnte auch der schwierigste Mann mehr verlangen?

Doch bevor man sich auf die Suche nach mir macht, ist folgendes zu bedenken: Ich bin eine unverbesserliche, spielerische Schäkerin. Und ich bluffe gern. Ich tue so, als wüsste ich alles, aber gewöhnlich weiß ich über die Dinge nicht einmal genug, um auch nur den Anschein dieses Alleswissens aufrecht zu erhalten.

Meine Offenheit in Herzensangelegenheiten verwirrt die Männer. Ich kann dem Impuls, über andere Männer zu reden, die ich gekannt habe, nicht widerstehen, und wenn ein Liebhaber mich enttäuscht, sage ich es rundheraus.

Mein ungeduldiges Wesen macht mir selbst oft einen Strich durch die Rechnung. Es würde mir im Leben besser ergehen, wenn ich meine wirklichen Stärken und Schwächen besser verstünde. Aber ich bin von dem Schlag, der immer losrast, ohne sich vorher umzuschauen, und nie werde ich auf Ratschläge und Warnungen anderer hören.

Ich scheine zwar durchaus imstande zu sein, ihre Angelegenheiten selbst in die Hand zu nehmen; aber das täuscht. Wenn ich einen Mann wirklich liebe, werde ich recht abhängig. Verlässt er mich, so kann ich zusammenbrechen. Dünnhäutig und leicht zu demütigen, hat ein Schmeichler bei mir leichtes Spiel. Ein glattzüngiger Redner kann mich ohne Schwierigkeiten für sich einnehmen. Infolgedessen werde ich oft das Opfer gewissenloser Männer, während der Richtige mir durch die Lappen geht. Unreif und unsicher, leichtsinnig und unbeständig, bin ich schwer zu verstehen. Und fast unmöglich zu beherrschen.

Der bevorzugte Liebesspielplatz ist die freie Natur. Nichts Schöneres für mich als Liebe im Zelt, im Grünen oder am Strand. Vielleicht hat diese Vorliebe für die freie Natur auch damit zu tun, dass ich Jägerin bin.

Ich genieße Sex, habe aber für in die Länge gezogene Vorspielereien nicht viel übrig. Mein Hauptinteresse gilt der eigenen Befriedigung. Ich habe zwar nichts gegen ein Vorspiel, aber es sagt mir mehr zu, wenn die Hauptvorstellung so bald wie möglich beginnt. Ich bin des mehrfachen, wenn auch nicht sehr tiefen Orgasmus fähig.

Manche Männer finden mein Verhalten im Bett taktlos, und es stimmt, dass ich einem Liebhaber gegenüber sehr rücksichtslos sein kann. Wenn ich nicht erhalte, was ich mir wünsche, werde ich mich einfach selbst befriedigen und ihn unerfüllt zusehen lassen.

Ich halte meinen Partner gerne zum Besten, bis er die Selbstbeherrschung verliert. Oft erreichte ich das mit einer Start- und Stop-Technik. Nachdem ich ihn durch Fellatio fast bis zum Höhepunkt gebracht habe, lege ich mich langsam auf ihn, und wenn er dann den Gipfel schier unerträglicher Begierde erreicht hat, ziehe ich mich zurück. Es macht mir nichts aus, wenn der Mann zu früh kommt. Ich finde trotzdem Mittel und Wege, auf meine Kosten zu kommen und bin schnell bereit, das Spiel von neuem zu beginnen.

Ich liebe das Danach, wo ich neben ihm liege, eine Zigarette rauche oder etwas trinke und mit ihm über das genossene Vergnügen spreche. Sex ist für mich eine hübsche Angelegenheit, und ich schätze Liebhaber nicht, die sich gebärden, als ob soeben das gesamte Weltall verändert worden wäre.

Meine grundlegende Schwierigkeit besteht in meiner Unfähigkeit, sich einem einzigen Erlebnis voll und ganz hinzugeben. Wahllos flattere ich von einem zum anderen, leiste nie viel Widerstand, finde aber auch nie viel Befriedigung. Ich hatte zu viele Erlebnisse mit zu wenig wirklichem Gefühl.

Meine freimütige, zwanglose Einstellung zum Sex könnte dazu führen, dass ich mit Männern genauso Liebe mache wie mit Frauen – oder mit beiden zusammen.



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